Früher wurden die Früchte mit herkömmlichem, weißem Zucker im gleichen Mengenverhältnis so lange gekocht, bis das natürliche Pektin der Früchte die Masse zum Gelieren brachte. Da die verschiedenen Fruchtsorten unterschiedlich viel Pektin enthalten, gab es keine verlässlichen Angaben zur Kochzeit. Die mitunter sehr langen Kochzeiten gingen zu Lasten der Vitamine und des Geschmacks.

Früchte werden durch das Aufkochen mit Zucker haltbar gemacht.

Marmeladen, Konfitüren und Gelees sind und bleiben Zuckerbomben. Wenn ihr sie selber macht, könnt ihr entscheiden, was ins Glas kommt, denn auch Selbstgemachtes ist bei der Verwendung von Gelierzucker nicht automatisch frei von Zusatzstoffen. Deshalb ist es wichtig die verschiedenen Sorten und deren Inhaltsstoffe zu kennen.

Was ist drin im Gelierzucker?

  • Säuerungsmittel: Citronensäure (E330)
    sorgt für einen säuerlichen, frischen Geschmack
    hat zusätzlich gelierende und konservierende Eigenschaften.
  • Verdickunsmittel / Geliermittel: Pektin (E 440)
    natürliches Geliermittel
    sorgt dafür, dass die Frucht-Zucker-Masse fest wird, bringt sie also zum Gelieren
  • Konservierungsmittel: Kaliumsorbat (E202), Sorbinsäure (E200)
    sorgt für lange hHltbarkeit
  • Palmöl oder Kokosöl
    verhindert das Aufschäumen
    nur in sehr geringen Mengen enthalten

Alle Gelierzuckersorten enthalten Säuerungsmittel und Geliermittel. Gelierzucker 1:1 enthält keine Konservierungsstoffe, da die Zuckermenge ausreichend ist, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Im Gegensatz dazu müssen die Gelierzuckersorten 2:1 und 3:1 Konservierungsmittel enthalten, da auf Grund der geringeren Zuckermenge die Marmeladen, Konfitüren und Gelees ansonsten nur für kurze Zeit haltbar wären. Je weniger Zucker verwendet wird, desto mehr Pektin ist drin im Gelierzucker, um die gelierende Wirkung des fehlenden Zuckers auszugleichen. Ob Palm- oder Kokosöl zugesetzt wird, um das Aufschäumen zu verhindern, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Ein kurzer Blick auf die Zutatenliste bringt Klarheit.

Gelierzucker 1:1 = 1 Teil Frucht und 1 Teil Zucker

Gelierzucker 2:1 = 2 Teile Frucht und 1 Teil Zucker

Gelierzucker 3:1 = 3 Teile Frucht auf 1 Teil Zucker

Gelierzucker 1:1

Mit Gelierzucker 1:1 werden eure Marmeladen, Konfitüren und Gelees süßer als mit den Sorten 2:1 und 3:1, er eignet sich daher sehr gut für säuerliche Früchte, wie zum Beispiel Rhabarber.

Die mit diesem Gelierzucker hergestellten Produkte sind allerdings durch die hohe Zuckermenge sehr lange haltbar und lassen sich auch nach dem Öffnen außerhalb des Kühlschranks aufbewahren. Durch die hohe Zuckermenge enthält diese Gelierzuckersorte in der Regel keinerlei Konservierungsstoffe.

Gelierzucker 2:1

Wenn ihr Zucker einsparen möchtet, könnt ihr Gelierzucker 2:1 verwenden. Im Vergleich zum Gelierzucker 1:1 spart ihr die Hälfte an Zucker. Eure selbstgemachten Produkte schmecken deshalb fruchtiger und weniger süß. Diese Sorte eignet sich besonders gut für sehr süße Früchte, wie zum Beispiel Erdbeeren. Doch die geringere Zuckermenge muss durch die Zugabe von Konservierungsstoffen ausgeglichen werden. Meist wird Kaliumsorbat (E 202) oder Sorbinsäure (E 200) verwendet.

Gelierzucker 3:1

Mit dem Gelierzucker 3:1 werden eure Marmeladen, Konfitüren und Gelees super fruchtig, allerdings sind sie wegen der geringen Zuckermenge nicht so lange haltbar. Deshalb solltet ihr davon nur kleinere Mengen kochen und diese schnell verbrauchen. Nach dem Öffnen am besten im Kühlschrank aufbewahren.

 

Wie lange ist Gelierzucker haltbar?

Gelierzucker hat im Gegensatz zum ganz normalen Haushaltszucker ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Das liegt daran, dass neben dem unbegrenzt haltbaren Zucker Pektin enthalten ist. Pektin ist ein natürliches Geliermittel, das aus Früchten gewonnen wird. Bei längerer Lagerung kann durch Einflüsse von außen, wie zum Beispiel Wärme, die Gelierfähigkeit des Pektins beeinträchtigt werden. Auch wenn der Gelierzucker nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr zum Kochen von Marmeladen, Konfitüren und Gelees verwendet werden sollte, wird er nicht schlecht und kann zum Kochen von Kompott oder Tortenguss weiter verwendet werden.

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